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Tiller
- Ursache und Wirkung bei
Compoundbögen
In allen Artikel,
die jemals über den Compound geschrieben wurden, wurde
die Ursache und Auswirkung des Tillers niemals wirklich
erklärt. Jede Annäherung an das Thema war immer
etwas „verhalten“. Wie eine ungefähre
Messung, einem „Startpunkt, irgendwo zwischen 0 und
¼ Zoll. Mit anderen Worten, niemand wußte was
genaueres. Durch die Untersuchung des Tillers, um die
Performance des Bogens durch „Wissen“ zu
verbessern, verstehe ich jetzt warum niemand erklären
konnte/wollte wo der perfekte Tiller sitzen sollte. Sei
daruf gefaßt, hinterher noch verwirrter zu sein.
:-)
Der Tiller
beeinflusst in vieler Hinsicht. Er wird oft benutzt um
Unstimmigkeiten zwischen Bogen und Wurfarm Design und/oder
Schießstil zu beseitigen. Jeder Schütze sucht
einen Bogen der den möglichst perfekten Pfeil liefert
und einen Bogen der die möglichst perfekte Gruppe
schießt. Wir schließen nun alle anderen Faktoren
aus und untersuchen nur wie der Tiller die Einstellung des
Bogens beeinflusst.
Das Wort
“Tiller” wird als Referenz benutzt für den
Abstand zwischen Sehne und der Stelle wo die Wurfarme das
Mittelteil verlassen. Die Absicht ist, die Differenz in der
Durchbiegung der beiden Wurfarme zu messen. Und hier liegt
schon das erste Problem. Wir gehen davon aus, das beide
Wurfarme absolut gleich sind! Wenn nicht, wird vermutet, man
könne durch drehen der Wurfarm- schrauben den
gewünschten Tiller einstellen.
1.Die normale
Bewertung zur Einschätzung der Banlance eines Bogens
ist die Synchronisation der Rollen/Cams. Perfektes
„Timing“ der Rollen ist natürlich
möglich, völlig unabhängig davon wie schlecht
das Wurfarmpaar zusammen passt.
Beispiel:
Ein Wurfarm mit 60lbs. oben und einer mit 40lbs. unten
verändert nicht die Rollen-Synchronisation! Das kommt
dadurch, daß ein “Paar-System“ den 60iger
und den 40iger Wurfarm ausgleicht zu einem 50lbs. Bogen. Das
Problem ist jetzt, dass der untere 40lbs. Wurfarm sich mehr
durch biegt als der obere 60lbs. Wurfarm, obwohl bei vollem
Auszug beide Wurfarme exekt das gleiche Gewicht gespeichert
haben. Aber der Effekt durch den unteren, mehr
durchgebogenen Wurfarm ist, daß der Nockpunkt sich in
einem Bogen* noch oben bewegt. Das macht es natürlich
unmöglich, daß beim Lösen der Pfeil sich
gerade nach vorn bewegt.
(* nicht in gerader Linie)
FAKT:
Es ist unmöglich einen perfekten Pfeilflug zu bekommen,
wenn der Nockpunkt in einem Bogen steigt oder fällt
während die Sehne sich nach vorn bewegt. Es ist gesagt
worden, alles was man tun müsse, sei den Nockpunkt auf
der Sehne rauf oder runter zu versetzen, bis er eine
Position hat bei der der Pfeil dem Nockpunkt
folgt.
Dies ist
falsch!
Was hier
nämlich nicht berücksichtigt wird, ist die
Tatsache, dass der Pfeil an einer absolut konstanten
Position liegt. Nämlich auf Deiner Pfeilauflage und der
Nockpunkt sich in einem Bogen bewegt bei einem unpassenden
Paar Wurfarme. Der Pfeil vor der Auflage wird sich in
entgegengesetzter Richtung bewegen wie die Nocke. Das
berüchtigte „Porpoising“
Keine Panik! Wenn Du das jetzt noch mal liest, macht es
Sinn. :-)
Schlussfolgerung:
Je besser die Wurfarme zusammen passen um so gerader wird
der Weg des Nockpunktes sein und um so besser ist der
Pfeilflug.
2. Warum
verbessert sich durch Tiller-Verstellung manchmal die
Gruppierung?
Für die Schützen, die mit dem Begriff
“Tiller Tuning” nicht vertraut sind, ganz kurz:
Eine Methode zur Erreichung besserer Gruppierungen durch
verändern des Tillers in ganz kleinen Schritten bei
Beibehaltung der Nockpunkthöhe! Beobachtung des
Gruppierungs’musters’ und Auswahl der besten
Einstellung. Es wurde immer vermutet, dass „Tiller
Tuning“ die Gruppierung verbessert.
Das ist
aber nicht der Fall.
Was nämlich Bogenschützen fast nie zur Kenntnis
nehmen, wie gut so ein Bogen zielt. Das die Gruppierung
durch Tiller Tuning manchmal besser wird hat nur was damit
zu tun, das der Schütze ruhiger im Ziel steht und nicht
das der Bogen besser schießt.
Der Tiller beeinflußt auch die Druckübertragung
auf den Griff durch die Bogenhand. Beim ändern des
Tillers ändert sich auch der Winkel des Mittelteiles in
Relation zur Sehne. Deswegen verringert sich der Druck auf
den Griff oder nimmt zu.
Extrembeispiel:
Ein Bogenschütze mit einer sehr tiefen Handposition
gibt einen sehr starken Druck auf das untere Ende des
Griffes ab. Er sieht, bei Veränderung des Tillers kann
er zwar ruhiger im Ziel stehen aber er bekommt einen sehr
schlechten Pfeilflug. Der Grund ist, er hat den Tiller
soweit verändert, dass sich die Wurfarme nicht mehr
gleichmäßig biegen! Bei richtigem Tiller Level
hat er einen wunderbaren Pfeilflug aber eine schlechte
Gruppierung. weil der Bogen schlecht zielt.(not
steady)
Die ideale
Lösung für ihm wäre seinen Griff etwas zu
erhöhen wobei er dann den gleichen Winkel erhält
wie bei der zu starken Tiller Veränderung. Das wird im
gestatten ruhiger zu zielen und einen guten Pfeilflug
liefern.
Schlussfolgerung:
Wenn irgend möglich halte den Tiller bei 0 und achte
mehr auf Deinen Schießstil. Wenn möglich (je nach
Model) experimentier lieber mit dem Griff als mit dem
Tiller.
Nachtrag:
Um den Tiller bei einem Single-Cam Bogen auf "0" zu setzen,
ist ein wenig mehr Arbeit nötig. Da der Durchmesser des
oberen, runden Rades meist nicht mit dem unteren Cam
übereinstimmt, solltest Du einen "Bindfaden" von Achse
zu Achse spannen und danach den Tiller einrichten. Nicht
nach der Sehne!
Noch eine Methode, (wie die US guys sagen würden: "down
and dirty") dreh die Wurfarmschrauben GANZ zu! Dann hast Du
Tiller "0". Danach drehst Du die Schrauben wieder auf, bis
Du bei Deinem passenden Zuggewicht bist. Achte nur darauf,
das beide Schrauben exakt gleich bewegt werden. Mache Dir am
besten mit einem Stift Markierungen auf die
Schraubenköpfe.
Wir sehen uns
an der Schießlinie.
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