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Warum können
Pfeil-Tabellen nicht 100% narrensicher sein?
Viele
Bögen stimmen nicht mit den Pfeil-Tabellen
überein!
z.B. Nur wenige
Zahlen in den Tabellen, wenn überhaupt welche, tragen
der Tatsache Rechnung, das sie NICHT für die aktuelle
Auszugslänge von Compoundbögen erstellt wurden.
Wenn die Zahlen nicht ausdrücklich für den auf die
passende Länge geschnittenen Pfeil gelten. Aus der
Tradition heraus wird der Pfeil irgendwo zwischen einem Zoll
länger oder einem Zoll kürzer geschnitten als es
die tatsäschliche Auszugslänge des Compound
vorschreiben würde.
Es gibt, zum Beispiel
keinen Grund, warum Du nicht einen 32" Pfeil mit einem 27"
Auszug Bogen schießen kannst. (Oft genug bei Hallen
Turnieren schon gesehen.) Oder, was viel öfter
passiert, einen 26" Pfeil mit einem 30" Auszug Bogen.
Jedwede Kombination zwischen diesen beiden Extremen wird in
dieser Minute irgendwo geschossen. Garantiert! Sehr
schwierig anzusprechen.
Also, zur Verteidigung
aller Pfeilhersteller:
Es ist eine
extrem schwierige Aufgabe, wenn nicht sogar unmöglich,
eine passende Methode zu finden die wirklich die
Möglichkeiten eines jeden, individuellen Bogen Set-ups
berücksichtigt.
Da gibt es wirklich nur "Eines" von dem man einfach ausgehen
kann: Der Fakt, das bei einem Fingerschützen die Sehne,
der Nockpunkt und der Pfeil dramatisch zu einer Seite
ausbrechen anstatt gerade aus wie bei einem Release
Schützen. Diese Aktion biegt den Pfeil sofort hart zu
einer Seite, kann aber im Vorfeld ein wenig dadurch
kompensiert werden, dass der Schütze einen etwas
steiferen Pfeil wählt. In den Easton Charts steht
eindeutig: Release
3-5 lbs. vom Spitzenzuggewicht abziehen.
Ein eindeutiger
Indikator dafür, dass der Fingerschütze einen
steiferen Pfeil braucht. Aber erst mal brauchst Du einen
Basis-Spine-Wert um zu beginnen. Versuche EXAKT heraus zu
finden ('nahe' ist weit in Relation von Hufeisen oder
Handgranaten) wie hart Dein spezieller Bogen wirklich ist
und mit wieviel libras er dem Pfeil von hinten auf den
"Hintern" drückt. :-)
Und, klar, je härter der Pfeil beschleunigt wird, um so
steifer muß er sein um unvorteilhaft Reaktionen zu
verhindern. Für die, denen es nicht bewußt ist
sage ich das ich glaube:
Das
größte Problem in unserem Sport ist es,
einen akzeptabel "gespineten" Pfeil für den Bogen zu
finden.
Wahrscheinlich ist
das die häufigste Ursache für Set-Up Frustrationen
und Missverständnisse. Ebenso gibt es Verwirrung bei
uninformierten Schützen durch ihre Interpretationen der
Werbung der Pfeilhersteller. Sie nehmen solche Aussagen wie:
"Von 25 bis 80 lbs" wörtlich. Nun, was machen die
Hersteller? Sie lassen lediglich einen Zusatz weg: "....wenn
Du den Pfeil auf die richtige Länge schneidest und das
richtige Spitzegewicht einsetzt." Der Neuling weiß
dies in der Regel nicht und verschwendet viel Zeit und Geld
bis er es gelernt hat.
Zum Beispiel ist der "2312" in der Liste bei Easton für
Spitzengewichte von 26 bis 106 lbs. eingetragen. Aber an
sehr verschiedenen Stellen! Nun, wir wissen aber, es ist ein
ganz gewöhnlicher und kein *magischer* Pfeil. :-)
Wenn wir alle Longbows
oder Recurves, also nicht mechanisch unterstützte
Bögen, schießen würden, währe die
richtige Spine Auswahl ein "Klacks". Einfach, weil jeder
Bogen die gleichen "Fähigkeiten" hat. Da würde die
Angabe des Zuggewichtes bei Auszugslänge völlig
reichen. Heißt: Jeder 60 lbs. Bogen gezogen denselben
Weg, liefert genau die gleiche Geschwindigkeit.
Einen kürzeren Pfeil als normal mit einem Overdraw zu
schießen ist nicht in Mode, obwohl die Chinesen das
schon vor tausenden von Jahren gemacht haben. Es
bräuchte als nicht viele Pfeilgrößen um das
ganze Spektrum abzudecken. Zu der Zeit, als fast alle
männlichen Bogenschützen 50 lbs. Bögen und
30" Pfeile schossen, benutzten alle dieselbe
Pfeilgröße.
Die ersten
Compoundbögen:
Viele Jahre nach
Einführung des Compound, war die Situation die Gleiche.
Sie hatten alle annähernd die gleiche Leistung. Dann
wurde, zum ersten mal überhaupt, die Auszugslänge
ein wichtiger Faktor. Das wurde aber von den Herstellern
völlig ignoriert. Sei es, sie verstanden es nicht oder
sie hielten es für zu kompliziert in Tabellen zu
bringen oder sei es das sie den Faktor für zu unwichtig
hielten um die abzusehende Verwirrung zu erzeugen.
Als bestes, Pfeil Tabellen wurden nur als "erste, wichtige
Schätzung" angeboten und sollten niemals als das
"letzte Wort" gelten.
Bögen
für "Speed Junkies":
In den letzten
Jahren wurden Compoundbögen sehr viel komplexer. Will
sagen, die Gesetze der Physik wurden in jedem wichtigen
Bereich der Bogenkonstruktion voll ausgereizt. Einige
Modelle enthalten aber zur gleichen Menge "Werbetricks". Das
heißt, der Bogen ist, um noch mehr Geschwindigkeit zu
erreichen, bis an die Grenzen der Bruchfestigkeit
"aufgemotzt". Der Punkt, wie gut oder bequem sich ein Bogen
ziehen und halten lässt, ist nicht länger wichtig.
Solche rauhen und "unwohl fühl" Bögen wären
früher nicht mal über den Tisch gegangen, wenn am
Riser noch ein hundert Mark Schein geklebt hätte! Heute
werden sie bereitwillig akzeptiert, einfach weil sie
"schnell" sind. Die runden Rollen machen eigentlich die
meiste Arbeit für den Schützen. Sie fordern dem
Schützen weniger ab, aber das einfachere und
angenehmere Ziehen wird bezahlt mit weniger gespeicherter
Energie und damit in einem langsameren Pfeilflug.
Heute, mit der viel höheren Energiespeicherung, hat die
Tatsache der 2" längeren Auszugslänge bei gleichem
Zuggewicht, eine viel höhere Bedeutung.
Also: beide Testbögen haben gleiches Zuggewicht und
beide 30" Asuzugslänge. Aber einer von beiden ist in
der Lage die Sehne 4" länger auszuziehen. Jedes Inch
mehr heißt, mehr gespeicherte Energie steht zur
Verfügung und wird natürlich auch auf den Pfeil
übertragen. Das heißt natürlich auch, dass
DIESER Pfeil "underspined" ist, also zu weich! Das ist
natürlich NICHT angegeben in den Pfeil-Tabellen, ebenso
wenig wie unser extrem Beispiel eines 32" Pfeiles im 27"
Bogen oder umgekehrt.
Die Tabelle kann nur vermuten, dass ein 27" Pfeil auch mit
einem 26-28" Bogen geschossen wird und nicht, dass ihn
vielleicht ein 32" Schütze mit einem 5" Overdraw ihn
benutzt.
Wie die
Auszugslänge die Leistungsfähigkeit eines Bogens
beeinflusst:
Anhand der Daten
von PSE, die viele Jahre Aufzeichnungen geführt haben,
gibt es eine "Faustregel":
"Zusätzliche 5 FPS (feet per second) pro Inch
Auszugsverlängerung"
Bedeutet: Wenn der 60#
Bogen eines Models mit 30" Auszug einen Pfeil mit 540 grains
auf 225 FPS bringt, dann wird der gleiche Bogen mit 29"
Auszug 220 machen und der 31" Bogen dem zufolge 230 FPS.
Ungeachtet dessen, wie exakt das nun in den einzelnen
Fällen ist, die Philosophie ist die gleiche und das Du
mehr Wasser in ein Gefäß schütten kannst das
ein Inch länger ist als das andere aber gleich breit
und gleich hoch dürfte selbstverständlich sein.
Der Grund dafür, dass die meisten Schützen diesen
Fakt (das die Zuglänge einen sehr wichtigen Faktor bei
der Leistungsfähigkeit eines Bogens darstellt) nicht
mit bekommen liegt daran, dass die Pfeil Charts sie mit
kürzeren, schmaleren und damit leichteren Pfeilen
versorgen. Dadurch kann ihr leistungsmäßig
reduzierter Bogen die gleiche Geschwindigkeit des Pfeiles
bringen, wie der zugmäßig längere Bogen.
Denn ein leichterer Pfeil fliegt naturgemäß
schneller als ein schwerer. Auch die "Kinetische Energie"
ist ein wenig reduziert. Aber so minimal, dass es nicht
auffällt.
So, hier jetzt mal 2
Schützen, die sich mit diesem Phänomen auseinander
setzen. Schütze "A" hat einen Auszug von 32" bei 60
lbs. bei einem Bogen, der in der Werbung mit
AMO
225 FPS angegeben wird. Schütze "B" hat die 26" Version
des exakt gleichen Models. auch bei 60 lbs. Beide
interpretieren die Pfeil-Tabelle gleich und enden in der
selben Reihe. Der eine nimmt einen 2212 aus der 26" Spalte
und der andre einen 2512 aus der 32" Spalte.
Benutzen wir die
Faustregel das 5 FPS für jedes Inch Auszug
verantwortlich ist, heißt das: Das 32" Modell
muß den 540 grain Pfeil auf 235 FPS(2 x 5 plus 225)
bringen. Mit einem 4" kürzeren Auszug als das
Referenzmodell muß der 26" Bogen den Pfeil auf 205 FPS
(225 minus 4 x 5) bringen. Das wäre eine Differenz in
der Leistungsfähigkeit von 30 FPS!

Bild.1Typisches
Overdraw, das es erlaubt wesendlich kürzere Pfeile als
normal zu schießen.
Der 26"
Pfeil im 26" Bogen:
Weil der 2212er mit 26 inch ungefähr 100 grains weniger
wiegt als der 2512er in 32 inch, wird der kürzere Pfeil
annähernd die gleiche Leistung haben wie der lange
Pfeil. Obwohl wegen des erheblich längeren Auszugs auch
mehr Energie gespeichert wird. In diesem Beispiel gehen wir
davon aus, dass ein Release benutzt wird und runde "Energy
wheels" geschossen werden.
"Die 3 Bogen
Leistungsfähigkeit Sektionen"
AMO Bogen ratings (nur für die 30" bei 60 lbs.) findest
Du eigentlich immer in einem ganz bestimmten Bereich.
Irgendwo zwischen 195 und 235 FPS oder in einem Rahmen von
40 FPS. Es sollte völlig klar sein, dass der Bogen der
den Pfeil auf 235 FPS beschleunigt erheblich mehr Energie
übertragen muß als der Bogen der den gleichen
Testpfeil nur auf 195 FPS bringt. Selbstverständlich
können diese Bögen NICHT Pfeile mit identischen
Spine Werten schießen, einfach weil sie alle auf 60
lbs. Spitzenzuggewicht gesetzt sind.
Wenn wir uns die Easton Charts ansehen und die verschiednen
"Längen-Spalten" runter gehen, sehen wir das zwischen
dem "langsamsten" 60 lbs. Bogen und dem "heißesten"
Gerät ein Unterschied von 5
Schaftgrößen in jeder Spalte besteht.
Nur mal so: Lass uns mal annehmen, dass es ein Indiz
dafür sein könnte, das ein Sprung im Spine
gebraucht wird für jede 10 FPS die ein Bogen schneller
ist. Ebenso ist zu sehen, dass, wenn Du die
Spitzenzuggewichte in den 3 Sektionen vergleichst, jede
Schaftgröße über eine Weite von 4-9
lbs.Gewicht geht.
DAS also
ist ihre (Easton Charts) beste Schätzung für den
richtigen Spine Wert?
Schlußfolgerung
für die Identifikation und den Gebrauch der 3
Sektionen
Der Name kann schon irreführend sein. Er hat
nämlich entgegen der landläufigen Ansicht NICHTS
mit dem äußeren Erscheinungsbild Deiner
Rollen/Cams zu tun. Sondern nur mit der
Leistungsfähigkeit des ganzen Bogens. Sieh nach den
AMO Speed ratings Deines Bogens (30" bei 60 lbs.) Von da aus
bestimme, welche Sektion Du nutzen solltest.
Bögen
mit Overdraw und dem kürzeren Pfeil
So, jetzt bauen wir einen Overdraw an den 32" Bogen und
nehmen den 26" Pfeil. Klingt eigentlich ganz einfach, wir
nehmen einfach die Spalte unseres Freundes von vorhin und
nehmen seinen 2212er Pfeil. Wow, plötzlich können
wir einen Pfeil schießen, der 100 grains weniger wiegt
und schätzen mal, dass der Pfeil 25 FPS schneller sein
wird, weil er ja leichter ist! Whoops, Moment mal! Da
fliegt jetzt der gleiche 26" Pfeil 25 FPS schneller als
mit dem 26" Bogen? Wie kann der plötzlich diese
höhere Energie absorbieren und immer noch den korrekten
Spine haben? Genau! Geht nicht! Zumindest nicht perfekt.
Dies ist der Grund, warum manche Bögen als:
"temperamentvoll" oder "unverzeihlich" bezeichnet werden.
Die Schützen denken, sie könnten den Pfeil
benutzen, weil die Pfeil-Tabelle gesagt hat, der Pfeil ist
korrekt! Falsch!
Von den
Pfeil-Tabellen kann nicht erwartet werden, dass sie die
letzte Autorität sind!
Nun, es ist recht
deutlich das viele Schützen mit schnellen (AMO ratings)
Bögen oder einem Overdraw oder sogar beidem, sich mit
Pfeilen abmühen die einen zu niedrigen Spine Wert
haben. Vielleicht liegt es daran, das sie nicht die Sektion
"Speed Cams" benutzen wenn sie es tun sollten. (z.B. sind
die neuen Command Cams von Hoyt eindeutig unter Speed Cams
einzuordnen. Aber weil es ja noch die Redline und die Master
Cams gibt, denken wohl viele, sie müssten sich unter
"Medium Cam" einsortieren.) Oder sie vergessen die 5, 10
oder 15 Pfund zu ihrem Spitzengewicht hinzu zu addieren wenn
es verlangt wird.
Alternativen
zum Kauf von Pfeilen mit verschiedenen Spine
Werten.
Wenn man das alles etwas besser versteht, ist klar warum man
das Spitzengewicht reduziert und/oder den Schaft kürzt
und/oder das Zuggewicht des Bogens verändert. Dies
alles wurde und wird viel gemacht um den effektivsten Spine
Wert für die Pfeile zu finden. Das alles vom
Ausgangspunkt der Schätzung, nämlich die Angabe in
der Pfeilauswahl-Tabelle. Die Hersteller wissen
natürlich wie schwierig die Pfeilauswahl für den
Schützen ist und wenn Du Dir die Charts von Easton mal
geanu ansiehst, findest Du den Hinweis: (in
english)
.....in
diesem Fall müssen Sie experimentieren und steifere
oder
weichere Pfeile nehmen, die zu Ihrer Situation
passen!
Mir ist einfach kein
absolut perfekter Test bekannt der das Problem lösen
könnte. Du kannst nur eine persönliche
Entscheidung treffen und hoffen das Dein Startpunkt
(Tabelle) so nah wie möglich kommt.
Was vielleicht hilft und auch viel angewendet
wird:
- Die visuelle
Beobachtung des Pfeiles im Flug.
- Schlußfolgerung
aus der Gruppierung.
- Vergleich der
Trefferlage der unbefiederten Schäfte.
Zum besseren
Verständnis aller Gründe, warum Bögen mit
identischer Auszugslänge und Spitzengewicht
unterschiedliche Geschwindigkeiten liefern, wird in dieser
Abteilung noch das Kapitel "Power stroke" und
"Brace high" erscheinen.
Wir sehen uns an der
Schießlinie.
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