|
Spine-Messung eines Pfeils,
warum, weshalb, wieso....
Zu einer Zeit, als generellnur HOLZ-Pfeile geschossen wurden,
haben sich ein paar
technisch begabte Bogenschützen Gedanken
über den Auswahlprozess
gemacht um heraus zu finden, welches
Material am besten zuwelchem Bogen passt.
Ein Ingenieur und
begeisterter Schütze, W.J. Rheingans aus
Milwaukee/WI veröffentlichte
1933 einen Artikel mit der Überschrift:
"Debunking Spine"
(Debunking = entlarven)
Zu der Zeit kamen die ersten"Pfeil-Test-Maschinen" auf dem Markt.
Er beschrieb in dem Artikel,
die Nutzung dieser Maschinen um die
verschiedenen
Holzsorten für ihre Eignung als
Schaftmaterial zu testen.
In seiner Kalkulation führte
er das Gewicht und die Dichte des Materials
als Punkte ein, die zusammen
mit dem spine bzw. der Steifigkeit des
Pfeils, dessen Flug
beeinflussen.
Er entwarf "Pfeil
Rating Nummern"! Diese wurden dann durch
Standardtestmethoden
vereinfacht und man hatte einen tatsächlichen
Indikator für den spine
eines Pfeils.
Mehr war mit der Technologie
dieser Zeit nicht möglich. Man brauchte
einen Pfeil, der beim
Abschuss nicht zerbrach, aber auch weich genug
war, um sich um den Bogen
herum zu biegen.
ACHTUNG!
Schussfenster, also der
ausgeschnittene Teil des Mittelteiles war noch Zukunftsmusik!
Es war Rheingans, der diebis heute gültigen Messkriterien aufstellte.
Einen 28 Zoll langen Schaft,
auf einer festen Distanz von 26 Zoll
aufgelegt und exakt in der
Mitte mit einem 2 Pfund Gewicht behängt.
Er fand heraus, dass dieses
Verfahren die beste Korrelation zum dynamischen
spine eines
Pfeils ist und dieses Messverfahren allein
benutzt werden kann um den
passenden Pfeil zum Bogen zu bestimmen.
Vier Jahre später, 1937,
haben Rheingans und ein Mann namens
Forrest Nagler ihre
Untersuchungen verglichen und zusammen gebracht.
Gemeinsam schrieben sie den
Artikel: "Spine and arrow design".
Sie schrieben über die
verschiedenen Messtechniken und Maschinen und
über die jeweiligen Resultate. Schlussendlich
empfahlen sie die Methode:
"28 Zoll Pfeilschaft, Auflage 26 Zoll,
Zwei Pfund Gewicht in der Mitte
und die
Durchbiegungsmessungen in Zoll als
"Internationaler Standard für die Austauschbarkeit von
Pfeilschäften"!
Dieses Verfahren setzte sich
in kürzester Zeit durch.
Trotzdem, dieses Verfahren
wurde NUR für HOLZschäfte benutzt.
Nach dem zweiten Weltkrieg,
als Aluminium wieder für den zivilen Markt
zur Verfügung stand, eroberte sich Doug EASTON
so nach und nach den
Markt mit Aluminium Pfeilen. Aus verschiedenen
Gründen, die
möglicherweise was mit der Länge der Schäfte
zu tun hatte, wurden die
Kennzahlen geändert:
Es wurde ein 29 ZollSchaft auf eine Distanz von 28 Zoll gelegt.
Bei kürzeren Schäften wurde
eine Distanz von 23 Zoll empfohlen.
Das Gewicht in
der Mitte wurde auf 1,94 Pfund (880 g.) geändert.
Diese Methode war
bis in die späten 1990iger Jahre
allgemeiner Standard und war
bis zum Jahr 2000 auch der AMO Standard.
Dann wurde das Verfahren wurde als"ASTM 2031-00" Standard eingetragen.
(ASTM kann man ungefähr mit
unserer DIN vergleichen.)
Es ist wichtig zu wissen,dass dieses Messverfahren als "statischer Spine"
beschrieben wird.
Natürlich ist klar, dass
"statischer" und "dynamischer" spine völlig unterschiedlich ist.
Statischer spine ist die Messung der Durchbiegung auf der (statischen) Auflage.
Andere Elemente, Spitze, fletchen, Nocken, spielen keine Rolle.
Nur der Schaft alleine.
Wenn wir uns heute die spine
Werte der verschiedenen Hersteller in ihren "spine
charts"
ansehen, sehen wir die Durchbiegung in tausendstel
inch (Zoll) bei einem zentriert gehängten
Gewicht von 1,94 Pfund und einer
Auflagelänge von 28
Zoll.
Dies gilt für ALLE Pfeile
mit AUSNAHME von HOLZ-Pfeilen. Hier gilt immer noch:
Auflage 26 Zoll undeinem zentrierten Gewicht von 2 Pfund.
Je kürzer die Durchbiegung,
je steifer der Schaft.
Wir sehen uns an der
Schießlinie!
|