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Release -
Technik!
Entwickle eine
perfekte Release-Technik!
Schießstil
ist das A &O beim Bogenschießen.
Denn die Fähigkeit regelmäßig die 10 zu
treffen oder im Feld einen perfekten Schuss zu liefern kommt
NUR mit einem sauberen Schießstil.
Wenn wir unsere
Körper dazu zwingen könnten komplexe,
physikalische Bewegungen jeder Zeit zu wiederholen,
wäre *Schießstil* kein Problem. Wir sind aber
keine Schießmaschinen und darum ist das Beste was wir
tun können, den Schießstil zu lernen, der es uns
am einfachsten ermöglicht Schuss für Schuss die
Bewegungsabläufe zu wiederholen.
Meine Definition von gutem Schießstil: Die Methode des
Schießens, die es am einfachsten ermöglicht
wieder und wieder exakt zu wiederholen. Und, nicht
überraschend, diese Methode ist praktisch für
jeden identisch, denn in unserer Physiologie sind wir uns
alle recht ähnlich.
Eines der wichtigsten, aber auch störanfälligsten
Aspekte eines guten Schießstiles ist das Lösen.
Da ich mich auf Compoundbow.de fast ausschließlich mit
dem Thema "Compound mit Release Aid" beschäftige, wird
auch hier nur dieses Thema beleuchtet.
Schalte Dein Gehirn aus!
Ein gutes lösen muss völlig unterbewusst
geschehen. Während Du den Schuss zwar bewusst beginnst,
sollte das Ende des Schusses vollständig ohne bewusste
Gedanken vor sich gehen. Ein guter Stil erfordert von Dir,
dass Du NICHT WEISST , wann der Pfeil seinen Flug
beginnt, nachdem Du beschlossen hast zu schießen. Du
solltest überrascht sein, wenn der Bogen feuert.
Eine kleine Stimme in Deinem Hirn sagt Dir: JETZT!,
signalisiert Dir, genau in dem Moment den Abzug zu
drücken. Da gibt es natürlich keine
Möglichkeit für eine Überraschung. Bist Du
aber nicht überrascht, hast Du gute Chancen Deinen
Schießstil niemals so gut zu entwickeln, wie er sein
könnte.
Ein überraschendes Lösen ist lebenswichtig
für einen perfekten Stil! Wenn Du denkst:
"Schieße jetzt!", kannst Du nicht ans
zielen denken. Zielen aber, ist der Aspekt auf den Du
Dich an dieser Stelle der Schusssequenz konzentrieren
solltest.
Und auf nichts anderes!
Ein überraschendes lösen ermöglicht es Dir,
Deine Muskelspannung während des ganzen Schusses
aufrecht zu erhalten. Dies ist natürlich absolut
nötig für konsistente Präzision! Es ist fast
unmöglich diese Spannung aufrecht zu erhalten, wenn Du
genau weißt, wann der Schuss abgeht. Wenn das
passiert, verlierst Du entweder ein wenig von Deiner
Spannung, wenn der Schuss los geht und wanderst mit dem
Bogen aus dem Ziel. Oder Du spannst die Muskeln stärker
an (auf der einen oder anderen Seite) und drückst so
den Bogen aus dem Ziel wenn Du Dich bewegst um auf den Abzug
zu drücken.
Spannungsverlust und falsche Muskelanspannung verringern
beide Deine Genauigkeit. Manchmal sogar beträchtlich.
Früher oder später führt das dazu, dass sich
Dein Schießstil massiv verschlechter und vielleicht
sogar zu Gold-Angst führt.
Mach einen
"Überraschungs"-Test:
Du solltest
einen Vereinskameraden bitten Dir zu helfen! Stelle Dich ca.
2-3 Meter vor die Scheibe. Spanne Deinen Bogen, Finger
weg vom Abzug und schließe die Augen. Während
Du ruhig im Auszug stehst, soll Dein Freund irgendwann den
Abzug betätigen. Aber so, das DU es nicht merkst, wann
er das tut..............
Überraschung! So muss sich lösen
anfühlen! Das der Bogen losgeht ohne das Du
weißt wann, mag am Anfang ein wenig erschreckend sein,
aber Du wirst Dich daran gewöhnen. Besonders wenn sich
Deine Ergebnisse verbessern. :-)
Wenn Du durchs lösen überrascht wirst, wird duch
die durchgängige Muskelspannung Deine Release-Hand nach
hinten fliegen und Deine Bogen-Hand nach vorn und ein wenig
nach links. (Rechtshänder)
Hast Du die Möglichkeit, mache eine Videoaufnahme von
Dir um Dir anzusehen, wie sich Deine Release-Hand und Deine
Bogen-Hand verhalten und ob sie sich so bewegen wenn Du vom
Schuss überrascht wirst.
Achtung, jetzt wird es spannend!
Egal was Du bisher gehört hast, den Abzug eines
Release zu drücken, wie z.B. den Abzug eines Gewehres,
ist nicht korrekt! Über 90% aller Schützen,
die das versuchen, enden damit, dass sie den Abzug
durchreißen. Und selbst wenn Du zu den wenigen
gehörst, die es schaffen den Abzug gaaanz langsam zu
drücken, bist Du noch nicht aus dem Schneider. Wenn Du
an "Abzug drücken" zu denken hast, hält Dich das
ab vom konzentrieren aufs zielen! Es kann Dich
außerdem beim Aufbau Deiner Rückenspannung
stören.
Du musst den Abzug mit Deiner Rückenmuskulatur und
Deinem Ellenbogen drücken, nicht mit Deinem
Finger/Daumen!
Ich erkläre das erst für ein
Zeigefinger-Release (mit Handgelenkschlaufe), dann für
ein Handheld mit Daumenabzug.
Handgelenk mit
Zeigefinger-Abzug
1) Es ist wichtig, wie das Release in Deine Hand passt.
Stelle das Release so ein, dass Dein Zeigefinger oder
Mittelfinger (je nach dem, wie Du es gewohnt bist) den Abzug
am Ende des ersten Fingergliedes berührt. Passe die
Handgelenkschlaufe an, so das der Finger immer in die selbe
Position kommt. Setze Dein Abzugsgewicht nicht niedriger als
350-400 Gramm. Ein wenig höher ist besser als
niedriger. Ein zu leichtes Abzugsgewicht kann zu leicht
unabsichtlich auslösen. Das Bild zeigt, wie ein
Handgelenk-Release passen sollte.

2) Wenn Du im Auszug bist, drücke leicht auf den Abzug,
bis Du den Vorweg hinter Dir hast und der Druckpunkt da ist.
Halte das Release NICHT mit der Hand fest!
3) Ziehe leicht Deine
Rückenmuskeln zusammen, aber erhöhe NICHT den
Druck Deines Fingers auf den Abzug!
4)
Rückenmuskulatur weiter zusammen ziehen. Dadurch wird
Dein Ellenbogen weiter nach hinten gezogen. Dies wiederum,
wird Deine ganze Hand nach hinten bewegen und Deinen Finger
in den Abzug ziehen. Der Finger selbst bewegt sich in
Relation zur Hand nicht, wird aber trotzdem den Schuss
innerhalb der nächsten Sekunden auslösen. Nochmal,
Du wirst nicht wissen wann das tatsächlich
passiert!
Handheld mit Daumen-Abzug
Es gibt nur eine Sache die sich unterscheidet, wenn Du ein
Handheld mit Daumenabzug benutzt. Bringe den Abzug so dicht
wie möglich an Deine Daumenwurzel. Wenn Du Deine
Rückenmuskulatur zusammen ziehst, Deinen Ellenbogen
nach hinten bewegst,
wird auch hier der Schuss "von selbst" ausgelöst.

Ich persönlich bevorzuge Handheld mit Daumenabzug.
Für meinen Geschmack sind Releases mit
Zeigefinger-Abzug zu verführerisch zum
durchreißen.
Wenn das Release
aufgeht, bevor Du Deine Rückenmuskeln eingesetzt hast,
setzte das Abzugsgewicht höher. Weniger Druck zu Beginn
mag auch helfen, aber achte darauf, dass Du einen "soliden"
Kontakt zum Abzug hast!
Und bitte, renn jetzt
nicht raus zur nächsten Scheibe und versuche sofort
Deine Ringzahlen zu erhöhen. Du frustrierst Dich nur
selber und verfluchst mich. Du brauchst eine gewisse Zeit um
Deine Muskulatur daran zu gewöhnen. Also, blanke
Scheibe, am besten sogar noch mit geschlossenen Augen! Erst
wenn Du diese Technik perfektioniert hast, solltest Du auf
eine Auflage schießen!
Alles ist in
Bewegung
Es gibt da eine Sache, über die sich sehr viele
Bogenschützen Sorgen machen. Das ist das "Floating".
Also die Bewehung des Zielpunktes oder Fadenkreuzes im Gold.
Sie fragen dann: "Wie kann ich treffen wo ich will, wenn
sich der Punkt ständig bewegt? Es macht doch nur Sinn
den Abzug zu drücken, wenn der Zielpunkt gerade durch
die 10 wandert. Oder? Und Du sagst, das soll ich eben nicht
machen!"
Das ist natürlich
eine logische Frage. Ich sage darauf: " Nicht mal der
weltbeste Schütze hält perfekt still in der 10! Er
macht sich aber auch keine Sorgen darüber. Er
akzeptiert das Floating als völlig
normal und zielt so gut er kann
während des Schussablaufes."
Durch den Einsatz von Rückenspannung und zielen "durch
die Bewegung und während des ganzen Schussablaufes"
wirst Du Deine Präzision verbessern. Es wird Dir auch
helfen, Dich von diesem "JETZT!" Kommando in Deinem Kopf
frei zu machen.
Du darfst Dich NUR auf das zielen konzentrieren.
Nun, das alles ist nicht ganz so einfach wie es klingt. Wenn
Du die anderen Artikel auf meiner Seite gelesen hast,
erinnere Dich, es ist nicht möglich an etwas NICHT zu
denken! Wenn ich jetzt also sage:
"Denke NICHT: *Bring Deinen Zielpunkt in die Mitte......ein
wenig höher.... zuviel, zurück...usw." Dann wissen
wir, DAS ist nicht möglich! Du darfst nicht bewusst
versuchen den Pin ins Center zu bekommen. Das bringt
nämlich falsche Muskelspannung (Torque) und noch mehr
Bewegung.(Floating)
Statt dessen solltest Du Deinen Zielpunkt einfach floaten
lassen und nur denken: "zielen" oder "Center" oder was immer
für Dich das Wort ist, das Dir hilft. Dein Körper
selber wird den Punkt ins Ziel bringen. Ein Ergebnis wird
sein, dass diese *falsche* Spannung abnimmt und Du weniger
Bewegung hast.
Perfektes Training
So mancher Schütze macht Fehler in der Art wie er
ein perfektes lösen entwickeln will. Die Meisten sind
unwillig ihr lösen wirklich unterbewusst zu machen. Der
Trainingsablauf (siehe unten) mag zwar nicht so viel Spass
machen wie schießen, aber es ist die Art Training, die
Du brauchst!
Perfektes lösen beginnt mit geschlossenen Augen auf
blanker Scheibe. Vergiss im Moment das Schießen auf
Ziele. Du musst nämlich auch "Muskel-Erinnerung"
aufbauen, wie sich ein guter Schuss "anfühlt". Du musst
Dein Gehirn/Körper trainieren zu lösen ohne
Gedanken.
Es kann einige Wochen dauern bei 2-3 mal Training in der
Woche mit mindesten 50+ Schüssen, bis Dein
Unterbewusstsein den Vorgang automatisiert. Aber gib nicht
auf!
- 1. Am Anfang
konzentriere Dich darauf, was *ausmacht*, dass sich
das Release *von allein* löst. Du musst das
Gefühl dafür bekommen, welche Muskel in den
Vorgang involviert sind. (Du kannst auch die
"Übungs-Sehne" benutzen. Unten beschrieben.)
- 2. Wenn das
geschafft ist, versuche gute Schüsse durch
Visualisierung hin zu bekommen, ohne an den Ablauf zu
denken. Wenn Dir das gelingt ohne daran zu denken,
bist Du bereit auf ein Ziel zu schießen.
- 3. Beginne auf
kurze Entfernung. 10 Meter oder weniger. Trainiere
für die nächsten Wochen und denke
ausschließlich an zielen! Das
Trainingsziel ist es, zu lernen das Floating zu
akzeptieren und zu zielen, zielen, zielen....!
- 4. Vergewissere
Dich, das Du zielst "durch den Schuss", also
während des gesamten Schussablaufes. Ein
Sprichwort aus: "Zen in der Kunst des
Bogenschießens": "Der Bogen schießt
allein!" Lass es einfach passieren! Klingt vielleicht
ein wenig mystisch,aber es funktioniert.
- 5. Schau was
Dein Körper nach dem Schuss macht und
kontrolliere so Deine Fortschritte. Warst Du
überrascht als der Schuss los ging? Wenn
nicht, hast Du es nicht richtig gemacht! Flog Deine
Release-Hand zurück? Wenn nicht, warst Du nicht
überrascht!
- 6. Bist Du in
der Lange Dein perfektes lösen zu wiederholen,
geh weiter weg von der Scheibe. Verschlechtert es sich
wieder, geh zurück nach vorn, bis sich der Stil
verbessert und/oder Dein Selbstvertrauen wieder
kommt.
Übrigens, sei
nicht überrascht, wenn Du Dein Visier neu einstellen
musst. Es kann passieren, dass Du Deinen Bogen neu tunen
musst, wenn Dein Schießstil sich ändert.
Mach Dir eine "Übungs-Sehne"
Ich trainiere oft mal so zwischendurch. Ohne Bogen. Ein
Stück Besenstiel mit einer alten Sehne dran.
 
Mit diesem simplen
Werkzeug kannst Du wunderbar Bogenschießen simulieren.
Jederzeit! Das Ding sieht vielleicht ein wenig "bescheuert"
aus, aber ist sehr praktisch auf dem Weg zum perfekten
lösen.
Wir sehen uns an der Schießlinie.
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