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Reflex oder
Deflex? Erst mal eine klare Definition was jedes Design auszeichnet: Als erstes, ziehe eine imaginäre Linie zwischen den Punkten am Mittelteil, wo die Wurfarme auf jeder Seite enden. Nun, die Position der Griffmulde im Verhältnis zu dieser Linie definiert ein deflexes oder reflexes Mittelteil. Ist der Griff vor der Linie in Richtung auf das Ziel, ist das Mittelteil deflex. Ist er hinter der Linie in Richtung Sehne, ist das Mittelteil reflex. Es wurde immer angenommen, dass ein reflexes Mittelteil anfällig ist für Verdrehung mit der Bogenhand. Es wurde ebenfalls stehts angenommen, dass ein reflexes Mittelteil schneller ist als ein deflexes. Trotz vieler “Durchbrüche” in allen möglichen Bereichen, nimmt ein Bogenschütze das Thema „Deflexes Mittelteil“ als „in Stein gemeißelt“ hin: Deflexe Mittelteile sind immer verzeihlicher als Reflexe. Allein durch die Vermutung es sei weniger leicht eine deflexes Mittelteil zu verdrehen in der Bogenhand, als ein Reflexes. Es wurde immer vermutet, dass die Verdrehung bei einem reflexen Mittelteil dadurch entsteht, dass die Druckpunkte der Wurfarme (da, wo die Wurfarme am Mittelteil befestigt sind) VOR dem Druckpunkt des Griffs liegen. Wenn ein neuer Bogen entworfen wird, z.B. ein Scheibenbogen, ist der erste Punkt der entschieden wird, die Länge des Mittelteils. Ein 22 Zoll langer Riser erlaubt ein großes Sichtfenster bis 90 Meter. Dieser gekoppelt mit Wurfarmen, die einen 44 Zoll langen Bogen ergeben, resultieren ganz klar in einer größeren Spannhöhe (brace hight) als bei einem reflexen Mittelteil. Ein reflexes Mittelteil war eigentlich immer kürzer, z.B. 18 Zoll und mit kürzeren Wurfarmen war die Spannhöhe naturgemäß niedriger. Dann kam die Entdeckung. Es ist nicht das reflexe Mittelteil selbst, das einen Bogen kritischer zu schießen macht, es ist die Spannhöhe die den Effekt der Verdrehung bewirkt! Eine niedrige Spannhöhe bewirkt, dass die Sehne weiter vom Schützen weg ist, bevor er den Bogen zieht. Dadurch ist der Weg der Sehne bis zur vollen Auszugslänge weiter. Je höher die Spannhöhe, um so kürzer ist die Distanz welche die Sehne zur gleichen Auszugslänge braucht. Wenn Du einen Bogen
(im Auszug) von rechts nach links drehst, ist die einzige
Verbindung dort, wo die Sehne in die Cams einläuft.
Stelle Dir mal vor, das Mittelteil und die Wurfarme
wären eine solide Einheit und wenn Du den Bogen drehst,
zwingst Du die Cams gegen die Enden der Sehne zu
drücken. Die Bewegung ist an dem Punkt zwischen den
beiden Cams. Wenn nun die Sehne zwischen Nockpunkt und
Cam-Kontakt länger ist (z.B. bei einem Bogen mit
niedrigerer Spannhöhe) braucht es weniger Druck um die
Cams denselben Weg zur Seite zu drücken. Je kürzer
die Sehne bei vollem Auszug ist, um so mehr Druck auf die
Cams wird benötigt um das Ende der Sehne (Nockpunkt)
aus der Richtung zu drücken. Mit diesem Wissen sollte man annehmen, niemand wolle mehr einen Bogen mit geringer Spannhöhe? Die Antwort ist „Speed“! Also, Geschwindigkeit. Eine niedrigere Spannhöhe erzeugt höhere Pfeilgeschwindigkeiten, was wiederum seinen eigenen Vorteil habt. Deine eigenen Gegebenheiten sind wichtig für die Entscheidung: Höher oder niedriger. Aber: Egal was Dir die „alten Hasen“ erzählen......Eine niedrigere Spannhöhe ist schwieriger zu schießen! Wenn Du eine gute Schießtechnik hast, wirst Du auch damit gut schießen und die zusätzliche Geschwindigkeit wird ein Pluspunkt für Dich sein. Aber es liegt, wie gesagt, an Dir nach Deinen eigenen Gegebenheiten zu entscheiden. Ich hoffe aber, dass diese Informationen es Dir erlauben eine durchdachtere Entscheidung zu treffen. Wir sehen uns an der Schießlinie. |