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Pfeilauflagen
- Basics Nicht jede Pfeilauflage ist für jeden Schützen
geeignet. Nur wer die Basics, das Grundwissen über Pfeilauflagen
versteht, wird die richtige Wahl treffen und auf Dauer zufrieden
sein. Aber nur wenige Dinge in unserem Sport haben sich in den Jahren so dramatisch entwickelt wie die Pfeilauflage. Tja, und weil das Thema Pfeilauflage gerade bei neuen Schützen so vernachlässigt wird, denn sie sind schwer verliebt in das Thema "Speed", werden meist erstmal die falschen Auflagen benutzt. Das wiederum ist die Garantie dafür, dass der Schütze NIE aus der Mittelmäßigkeit heraus kommt. Am Anfang haben die Longbow Schützen nichts weiter getan, als den Pfeil über die Faust der Bogenshand zu schießen. Manchmal war die Hand mit einem Handschuh geschützt, manchmal nur mit einem Stück Leder. Dann, in den 50igern, wurde der Recurve entwickelt, der schon den Shelf in den Griff integriert hatte. Die Schützen kleideten den Shelf mit einem Stück Stoff oder Leder aus und fanden heraus, dass schießen vom Shelf ein großer Schritt war in Richtung *Genauigkeit*. Es war
in den 60igern, als die ersten abnehmbaren Pfeilauflagen verwendet
wurden. Diese Pfeilauflagen waren selten mehr als ein horizontales
Stück Plastik oder Federkiel auf dem der Pfeil lag und ein
Stück Plastik oder Nylon an der Seite des Bogenfensters wo
der Pfeil anlag. Bald gab es einige Pfeilauflagen, die seitliches
Verstellen erlaubte und damit das Tuning erleichterte. Die Meisten
dieser Auflagen wurden mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Diese
Art preiswerter Auflagen gibt es bis heute.
Die
Pfeilauflagen machten einen riesigen Sprung in ihrer Evolution Mitte
der 60iger Jahre mit der Einführung des "Berger Button"!
Tatsächlich wurder er von einem großen Wettkampf-Schützen
seiner Zeit entwickelt, von Norman Pint aber benannt nach dem berühmten
Schützen Victor Berger. Dieser Button "posterte"
den Pfeil beim Abschuss, machte ihn weicher und verengte die Gruppierungen
dramatisch! Als der Button dann in Verbindung mit dem sehr populären
Flipper oder Flipper II benutzt
wurde, wurde dies der Standard an dem alle anderern Auflagen gemessen wurden. (Späte 60iger bis frühe 70iger.) Auch wenn Du heute kaum noch Berger Buttons findest, Du wirst viele ähnliche sehen, die heute "Cushion-Plunger" genannt werden. Eine
Variante des Cushion-Plunger in den 70igern, war das sogenannte
"Springy-rest". Das war nichts weiter als ein Draht, der
zu einer Spiralfeder aufgewickelt war und in einer Seitenplatte
endete. Springys wurden in verschiedenen Größen und in
verschiedenen Spannungsstärken verkauft. Dies gewährleistete,
das verschiedenen Zugewichte mit verschiedenen Spinewerten der Pfeile
harmonisierten.
Diese einfache und robuste Pfeilauflage war damals sowohl bei den Bowhuntern als auch bei den Target Schützen sehr beliebt. Heute sind sie so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. In den
80igern kam der große Durchbruch für die Pfeilauflagen
mit "Prongs" (zwei gekrümmte Metallfinger auf einer
Achse.) und die "Launcher". Diese Pfeilauflagen
wurden bereits 1967 erfunden, von Fred Troncoso, Kalifornien. Er war Berufsmusiker und sehr ambitionierter Wettkampfschütze. Ein Jahr später gründete er die Firma "Golden Key - Futura". Dürfte wohl jedem Schützen bekannt sein. Damals produzierte die Firma noch keine Pfeilauflagen, sondern die ersten Schlaufen-Releases und Nock-Aligner, also die Bow Squares. 1968 war noch niemand an den Prong Rests interessiert. Sie waren eine zu radikale Änderung und zu kompliziert für die Zeit. Fred Troncoso bastelte aber weiter an dieser Art Pfeilauflage. Er selbst sagte dazu: "Ich wolltev eine Pfeilauflage, mit der ich jeden Anderen schlagen konnte." Sein erstes Patent 1973 bekam er auf die "Mach One". Obwohl seine Frau sofort drei nationale Feldmeisterschaften gewann, waren alle anderen Schützen sehr zurückhalten bei diesem neuen Design. Aber manchmal braucht auch eine sehr gute Idee Zeit, sich durchzusetzen. Die Entwicklung der Pfeilauflagen geht in rasantem Tempo weiter. Während die grundsätzlichen Desings sich nicht verändert haben, gibt es mittlerweile hunderte von Variationen. Heute haben die Schützen im Bereich Pfeilauflage eine Auswahl in Firmen, Modellen und Formen wie nie zuvor. Während auf der einenSeite eine derartige Vielfalt gut ist, bringt sie auf der anderen Seite natürlich Verwirrung hervor. Welche Pfeilauflage ist die richtige für Dich? Moderne Pfeilauflagen Heute haben sich Pfeilauflagen zu einem scheinbar endlosen Bereich von Formen und Typen entwickelt. Oft genug ist ea aber gerade das, was den Schützen konfus macht. Die Fragen sind immer die Gleichen: "Warum ist Auflag "A" besser als "B"? Welche Eigenschaften braucht eine Pfeilauflage wirklich? Kann ich die gleiche Auflage für Halle und Freilust verwenden?" Es sieht heute so aus, dass mehr als 90% aller Compoundschützen irgend ein Release aid verwenden. Das wiederum sagt aus, die meist geschossene Pfeilauflage basiert auf der Grundprinzip des Shoot-Through Systems. Wenn man sich die einzelnen Typen der Hersteller ansieht, basieren die meisten Modelle auf diesem System. Wir sollten hier an dieser Stelle eines nicht vergessen, ohne Zweifel wird der weitaus größte Teil für Bogenjäger hergestellt. Will sagen, die Entwicklungsarbeit der Ingenieure konzentriert sich auf DIESEN Markt. Bogenjäger brauchen eine Pfeilauflage die robust, leise und so konstruiert sein muss, dass die großen 5 Zoll Fletchen gut durch kommen. Dies entspricht natürlich nicht unbedingt den Anforderungen eines Target-Schützen. Nun, warum ist das so? Ganz einfach: Die Bogenjäger sind in den USA so weit verbreitet, dass die Industrie genau weiß wo das Geld sitzt. Gute Pfeilauflagen für Target-Schützen sind ein "Abfallprodukt" der Entwickler. Fred Troncoso (Golden Key) sagt klipp und klar: "Ja, wir wissen, den Target Markt gibt es auch noch, aber 3/4 unserer Entwicklung geht dahin aus den Leuten bessere Bogenjäger zu machen." Wünschenswerte Charakteristik einer Pfeilauflage Wenn man sich die Pfeilauflagen ansieht, die heute für Geld zu kaufen sind, finden wir alles in dem Bereich von "völlig simpel" bis "hoch komplex". Einige sind mit nur wenig Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet, andere dagegen sind so überfrachtet, dass man glauben könnte man blicke in das Innere eines komplizierten Motors. (Bild
6 = simpel) (Bild
7 = komplex)
In den
letzten Jahren war die Industrie bemüht, jedem Schützen
eine Pfeilauflage zu geben, die micro-verstellbar ist. Horizontale
und vertikale Einstellung im zehntel-millimeter Bereich. Damit wurde
nun jeder Schütze in die Lage versetzt, seinen Bogen optimal
zu tunen. Nun, gerade in den USA waren viele Bogenjäger davon
enttäuscht. Das System war ihnen einfach zu kompliziert. Zusätzlich
wurde die Sache dadurch erschwert, dass durch die Jagdbögen
mit 70 oder 80# die kleinen Schräubchen immer wieder los geschüttelt
wurden. In 1998 war das erfolgreichste Visier am Markt, ein ganz
einfaches Pendulum sight. Also ein Visier, welches fast ausschließlich
vom Hochsitz aus benutzt wird. Das Fazit der Industrie war: Die
Bogenjäger wollen es ganz einfach, diese Gruppe ist unser Hauptgeschäft,
also bekommen sie es einfach. Die Carbonpfeil-Herausvorderung Obwohl
immer noch die dicken Aluminiumpfeile den Markt ausmachen, entdecken
immer mehr Schützen die schmalen Carbonpfeile für sich.
Tja, sie entdecken aber auch, dass es eine ganz schöne
herausvorderung ist, für diese Pfeile die richtige Auflage
zu wählen und einzustellen. (Bild
8 = Schlinge) (Bild
9 = Löffel)
Nun,
mit den Carbonpfeilen haben wir ein "Clearance" Problem.
Am besten zu lösen mit dem Pudertest. (Nähere Beschreibung
siehe den Artikel von Markus Groß "Perfektes Pfeiltuning")
Pfeilauflagen - Preise Es gibt
die unterschiedlichsten Preiskategorieen, aber ich denke ein erfahrener
Schütze wird bei einer exzellenten Pfeilauflage nicht in Ohnmacht
fallen, wenn auf dem Preisschild € 100.- steht. Bei einem Anfänger
wird das anders aussehen. Erfahrungsgemäß wird sich hier
der Preis bei 50-60 Euro einpegeln. Auf der anderen Seite höre
ich immer wieder, dass sich jenseits der 100 Euro doch mächtig
Widerstand regt.
Die meisten Hersteller sagen recht deutlich, dass niemand in nächster Zeit auf eine "radikale" Änderung des Disigns warten soll. Fred
Troncoso ist der Meinung, dass die Spitze des Berges im Bereich
"Bogen-Effizienz" erreicht ist. Die meisten Qualitätsprodukte
die heute hergestellt werden sind mehr oder weniger nur noch Variationen
des gleichen Themas. Nun,
ich persönlich denke, es sind zwei Dinge: Wir sehen uns an der Schießlinie. |