Testbericht: Ben Pearson Z-34
www.benpearson.com

A new kid in town!

Eine der ältesten Bogenschmieden der Welt  -  jetzt auch in Deutschland!

Der Name war mir bekannt. "Ben Pearson"! Vor einigen Jahren hatte ich durch Zufall einen alten Jagdrecurve Baujahr 1953 ergattert.
Auch hatte ich immer wieder mal den Namen "Ben Pearson" in den US Foren gelesen und wusste daher, diese Firma baut auch Compounds. Ja, und dann sah ich die ersten Wettkampfergebnisse eines sehr bekannten Schützen mit diesem Bogen hier in Deutschland. Er war mal eben Landesmeister geworden. Ich sah den Bogen und dachte so bei mir: "FITA? Mit einem 34 Zoll Bogen? Ungewöhnlich!"
Da ich ja nun sehr neugierig auf Bögen bin, rief ich ihn an und fragte danach. Die Antwort war: "Dieser Bogen mit parallelen Wurfarmen ist so gutmütig, der schießt sich als hätte er einen 38" Achsabstand. Willst Du ihn mal schießen?"
Was soll man darauf schon sagen?
Ein paar Tage später war er da und wie immer, erstmal Augenschein!
Gesamteindruck: SEHR schön. Mittelteil schwarz, auslaufend nach Titan. Schwarze Wurfarme mit Carbonraster. Passend zum Firmenlogo auf den Wurfarmen, die Customsehne und Kabel in gelb / orange. Sieht schon toll aus!

Mittelteil

Das Mittelteil des Z-34 natürlich aus einem Aluminiumblock gefräst. Neun große Aussparungen um Gewicht einzusparen.
 

 


In das Mittelteil eingelassen, Edelstahlbuchsen
gekontert um die Wurfarmschrauben aufzunehmen.
Ebenfalls Edelstahlbuchse für das Stabi-Gewinde.
Der Bogen ist auch "serienmäßig" mit STS ausgerüstet!!
(sh. Bild links)


Wurfarme
Laminierte Wurfarme von DAVE BARNSDALE! Was auch sonst, wenn man daran denkt, dass Dave Barnsdale vor über 30 Jahren seine Karriere bei "Ben Pearson" begonnen hat. Inzwischen haben sich BARNSDALE Wurfarme zu den Beliebtesten in der Industrie gemausert.

 

E T I

Die Firma "Ben Pearson" und Dave haben sich auch um den größten Schwachpunkt bei den Wurfarmen gekümmert.
Das Ergebnis ist das ETI System.
"Energy Transfer Insert".
Es fließt mehr Energie in den Schuss und es erhöht auch die Lebensdauer der Wurfarme.

Sehne und Kabel
Was mir beim Idler Wheel SOFORT auffiel, KEINE Wicklung um die Sehne!! (sh. Bild oben)
Hier haben wir es mit zwei Faktoren zu tun.
Einmal ein verbessertes Verfahren der Oberflächenbehandlung des Rades und zum zweiten das verwendete Sehnenmaterial.
"Ben Pearson" hat sich entschieden das neue Material der Firma Brownell für ihre OEM Sehnen- und Kabelsätze zu verwenden.
Das Material heißt: XCEL
Es entspricht in etwa dem 452X von BCY, hat aber eine glattere
Oberfläche. Es hat sich bei den Tests gezeigt, dass die Wicklung der Sehne im Bereich des Idler Whell sehr oft so hart war, dass das Rad nicht um die Achse rollte, sondern die Sehne durchrutschte.
Dieses "weg lassen" bringt 10 fps.!! OHNE Mehrverschleiß an der Sehne. Standard an der Sehne: Bowjax! Und nicht nur eingeklemmt, sondern, wie es sich ja eigentlich auch gehört, eingewickelt!
Gebaut werden diese Sehnen-/Kabelsysteme von
"Stone Mountain Bowstrings"

Cam

Das Z-7 Single Cam des Z-34 hat eine sehr gutmütige Auszugscharakteristik. Trotzdem ist es sehr flott unterwegs.

Von 27,5 Zoll bis 31,5 Zoll ist es in 1/2 Zoll Schritten der Auszugslänge anzupassen. Dies geschieht OHNE Bogenpresse nur mittels der beiden Schrauben um die Module zu wechseln.

Neuheit
Ja, zu dem Cam kann man "Ben Pearson" nur gratulieren.
Das erste Cam, das mir unterkommt, bei dem ich mir durch das timing aussuchen kann:
Will ich mehr Speed oder will ich mehr Komfort!
(Und dies sagt die Firma auch deutlich im Handbuch.)
Setze ich die timing Marke
(sh.Pfeil) ÜBER das Power Kabel, kriege ich mehr Speed. Setze ich sie UNTER das Power Kabel habe ich einen noch sanfteren Auszug!!


Setzt man die timing Marke ca. 1/8" nach innen, (wie auf dem Bild) bekommt man ca. 2# mehr Zuggewicht aber eine gehörige Menge mehr an Speed! Man sollte ein wenig experimentieren, wieviele Umdrehungen man im Kabel braucht. Ist unterschiedlich vom Material her. ACHTUNG! Nicht zuviel eindrehen! Sonst geht die Marke zuweit vom Kabel weg und das Zuggewicht nimmt dramatisch zu!!
Also, wie immer: In kleinen Schritten arbeiten. 

LEIDER muss ich an der Stelle einen kleinen Kritikpunkt anbringen. Das Cam ist NUR mit 75% Let-off zu bekommen.
Das ist zwar generell nichts dramatisches, aber wenn man wie ich die 65% gewohnt ist, ist es schon erstmal gewöhnungsbedürftig.



 

Griff

AUSGEZEICHNET!
Die Griffschalen kommen leider auf dem Bild nicht so gut raus, wie sie wirklich sind. "Ben Pearson" nennt diese Form:
Engelsflügel. So sehen sie auch aus!
Ich greife in den Bogen und fühle mich wohl. Das Material, der Winkel... Es passt einfach!
An der Druckseite ist passend zur Bogenfarbe ein Streifen
Wildleder angebracht. Für den Schützen, der es nicht so rutschig mag, ist das exzellent.
Für Schützen wie mich, die in den Griff rutschen wollen,
einfach die Schraube an der Griffplatte lösen, das Wildleder abziehen und wieder fest schrauben. Voila!
Die gesamte Griffgeometrie ist so, dass ein unabsichtliches Verdrehen des Bogens fast nicht möglich ist.

Auszug
Beim ersten Ausziehen des Bogens hatte ich das Gefühl keine 60# sondern nur 50 - 55 zu ziehen.
Sehr sanft, sehr gutmütig.

Schießen
Aufrüsten. Mit OK-Navigator Visier und CR-Scope. Pfeilauflage AR 1000, Doinker Elite A-Bomb und Carbo-Fast Quer-Stabi.
Peep einrichten, Center-Schuss einstellen und das Visier auf den Bogen abstimmen.
Die timing Marke am Cam hatte ich genau in die Mitte gestellt!
Dann der Schuss durch den Chrony. Meine Auzugslänge von 27,5 Zoll nach AMO gibt eigentlich nicht soviel her.
Ich hatte mir 3 Pfeile zurecht gelegt. Einen mit den exakten IBO Bestimmungen, 5gr./lbs, = 300 gr.
Der ging bei 5 Schuß im Mittelwert von 291 fps. durch.
Mein normaler Wettkampfpfeil mit 329 gr. brachte es immerhin noch auf
280 fps.
Nun wollte ich es wissen. Einen "Victory VForce400 V1" mit 269 gr.
Ich weiß, das klingt jetzt blöd, aber der Mittelwert von 5 Schuss waren genau 292 fps.
Die timing Marke auf SPEED gesetzt, bringt 8 fps mehr!!!

Ich hatte mir einige Tage gegeben, mich an den Bogen zu gewöhnen. Nun, diese 4-5 Tage brauchte ich. Speziell für das 75% Let-off. Nach dem sanften Zug kommt doch ein ziemlicher Abfall ins Tal. Allerdings wird man dann mit einer sehr klar definierten Wand belohnt! Das, was Release-Schützen lieben! Der für mich ungewohnte spitze Sehnenwinkel ist dafür nicht so das Problem. Wer sonst einen 38" oder 40" Bogen schießt, hat sich nach 2 - 3 Passen daran gewöhnt. Dann am Wochenende ein vereinsinterner Wettkampf. 2 x 70 Meter. Als ich den Bogen auspackte, kam die Frage, die ich mir anfangs auch gestellt hatte: "Mit dem kurzen Bogen willst Du FITA schießen?"
Doch dann zeigten sich seine Qualitäten erst richtig. Ein absolut präziser Bogen. Kein Handschock, kein nachvibrieren. Dazu kommt, dass sein geringes Gewicht von 4,2 Pfund es auch nicht so kräftigen Schützen leicht macht über ein ganzes Turnier zu kommen.

Farboptionen
Schwarz zu Titan fading (s.o.), Grün zu Schwarz fading, Blau zu Schwarz fading, Rot zu Schwarz fading, Schwarz und Silber.
(Natürlich auch in Camo.)

 So kam er an:

Achse zu Achse

34,25"

Auszugslänge

27,5" - 31,5" (1/2" mod.)

Let-off

75%

Zuggewicht

60#

Standhöhe

IBO

7,25"

325 fps

Fazit
Ein Bogen der Jedem Spaß macht. Ganz besonders aber ambitionierten Wettkampf-Schützen. Und eben nicht nur im Feld.
Auch für die FITA kann man sich auf ihn voll verlassen. Die Zeiten, wo es UNBEDINGT ein langer Bogen sein MUSS, sind vorbei.
Durch seine parallelen Wurfarme hatte ich das Gefühl einen Bogen mit 38" zu schießen.

Tipp:
Die Überraschung des Jahres 2008. Sehr empfehlenswert!

April 2008

Metrodix

Zu beziehen über:



 info@dakota-bogensport.de