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Mentales Training
III
Den optimalen
Erregungszustand und die Komfort-Zone finden!
Es wurde
herausgefunden, dass Schützen den Schuß zwischen
den Herzschlägen lösen. Das Unterbewußtsein
ist schon eine interessante Sache, denn mit dem
Bewußtsein ist das, wenn überhaupt, nur sehr
schwierig zu kontrollieren.
Der
Zustand Deiner geistigen und Körperlichen Erregung ist
ein Schlüsselfaktor für Deine Leistung im
Wettkampf. Um Deinen Leistungslevel zu optimieren brauchst
Du Deinen Erregungs-Level. Für einige Schützen
heißt das, so ruhig und relaxed wie möglich zu
sein damit das Unterbewußtsein übernehmen kann
und die Performance nicht unterbrochen wird. Andere wiederum
pushen sich selber so in einen Zustand des Wettbewerbs, dass
sie ungehörige, unsportliche Bemerkungen machen
über andere Teilnehmer, oder alles an der
Durchführung der Veranstalltung kritisieren und sie
selber sind die einzig wahre Bogenschützen. Damit
bringen sie sich selber in einen hohen Stand der
Bereitschaft, in einen Zustand, den sie brauchen. Es gibt
kein zurück! (Wer so großmäulig antritt MUSS
gewinnen, sonst blamiert er sich!) Die meisten von uns
stehen zwischen diesen beiden Extremen, wir brauchen beides:
Wir müssen uns beruhigen aber auch der Situation
gewachsen sein. (Ein klein wenig Adrenalin ist gesund!) Das
heißt, wir brauchen ein gewisses Maß an
Kontrolle über unseren mentalen Zustand und ein wenig
experimentieren um heraus zu finden was am besten unseren
Zwecken dienlich ist. Um heraus zu finden: Wann und unter
welchen Umständen bin ich bereit.
Beruhige
Dich!
Grundsätzlich
macht man dies mit einer Routine-Übung zur Entspannung.
Dies ist eine geistige Sequenz die Deinen Geist
übernimmt und Dich in einen entspannten Zustand bringt.
Es gibt eine Menge Methoden um den Entspannungszustand zu
erreichen und Du solltest einige ausprobieren um heraus zu
finden welche für Dich am geeignetsten ist. Dazu
gehört auch das Hören von spezieller Musik und ich
bin fast sicher, dass Du sowas schon bei Sportlern gesehen
hast. Jay Barrs sagt, er höre "Heavy Metal". Na,
Mahlzeit, mich würde das umbringen: :-) Aber so hat
eben jeder seine eigene Methode. Du kannst Dir auch eine
mentale Routine selber basteln, indem Du Dich selber geistig
an einen Ort versetzt, an dem es Dir unglaublich gut geht!
Wo Du Dich richtig wohl fühlst......Du kannst noch
tiefer in diese Autosuggestion abtauchen, wenn Du Dir nicht
nur die Bilder des Ortes, sondern auch die Gerüche und
Klänge vorstellst. Diese "Übernahme" des Geistes
durch "wohl fühlen" wirkt bis zu einem sehr tiefel
Level in Stress-Situationen. Mit anderen Worten, es ist
"Stress Kontrolle" in anderer Form.
Wenn Du
solche Techniken benutzen kannst um Dich selbst zu beruhigen
und Du einen "Ort" hast an den Du in solchen Situationen
"gehen" kannst, dann bist Du auch fähig zu Dir selber
zu sprechen und Dein volles Potential aus Dir raus zu
holen!
Optimale
Anregung für die anstehende Aufgabe!
Du willst
ja nicht die Schießlinie im Halbschlaf erreichen. :-)
Die Entspannung hat Dir gut getan.... was
jetzt?
Dein
Geist muss jetzt fähig sein, sich auf die kommende
Aufgabe zu konzentrieren. Jetzt muß die
Verknüpfung mit der "Endlosschleife" aus Teil I
kommen.(Visualisierung) Das Ziel ist es, heute das Beste zu
schießen zu dem Du überhaupt in der Lage bist.
Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Wie auch
immer, es gibt eine Anzahl Hilfen die Dich in die richtige
Richtung schieben. .... obgleich es natürlich Zeit
braucht die "Kunst an die Spitze zu gelangen" zu meistern;
sowohl mental als auch physisch.
Komfort
Zonen:
Der Prozess, Leistung zu bringen beginnt im Training. Wenn
Du in Deiner Traininghalle mit 12 Pfeilen eine 110
schießen kannst, prima, und nach einer Weile erwartest
Du das auch von Dir. Du hast jetzt eine Erwartung von Deinem
Leistungs-Niveau. Wenn Du jetzt einam 116 schießt, ist
das ein "wenig" über Deinem Schnitt und die
Wahrscheinlichkeit das Du nächstes MAl wieder 100
schießt ist größer als das Du die 116
wiederholst. Wenn Du das Beste aus Deinem schießen
heraus holen willst, ist es absolut nötig, dass Du Dich
bei 116 wohler fühlst als bei 110. In einem
entscheidenden Moment wirst Du das Bedürfnis haben 118
zu schießen anstatt 110 oder 116. Wenn Du Dich bei 118
unwohl fühlst hilft es Dir nicht, dass Du glaubst Du
könntest es und wirst nicht auf dem Level weiter
schießen. Ein Mann der es gewohnt ist, mit seinem Auto
die ganze Zeit 50 km/m zu fahren, der für eine Weile 70
km/h fährt und sich unwohl fühlt, dem wird es
nicht helfen wenn er dann mal kurzzeitig 100 km/h
fährt. (Das Unbehagen hängt natürlich auch
noch mit der Geschwindigkeitsbegrenzung
zusammen.)
Noch
einmal: Du lernst, ein bestimmtes Leistungs-Level, das bist
DU! Und alles ein wenig drunter oder drüber wird Dein
Geist nicht einfach akzeptieren! Dies ist ein Kreislauf, der
Leistung begrenzt. Es hält Dich tatsächlich davon
ab zu weit von der Norm abzuweichen. Dieses Phänomen
findest Du überall wieder. Jay Barrs spricht in seinen
Seminaren von: "Positiver Bekräftigung".
Er rät handgeschriebene Karten zu benutzen. Du
schreibst z.B. auf eine Karte: Ich fühle mich
glücklich und wohl wenn ich 118 schieße und
erwarte das auch von mir! Diese Karte mehrmals am Tag lesen!
(Mindestens 6 mal!) Auch wenn Du den Satz auswendig kennst:
LESEN! Wenn Du es so machst, "programmierst Du Deine
Erwartungshaltung um". Du kannst diese Karten erweitern.
z.B. Ich fühle mich wohl als Landesmeister! (Oder was
immer Dein Ziel ist.) Nach einer Zeit, ca. 4-6 Wochen, hat
Dein Geist diese Statements voll akzeptiert. Vertrautheit
ist eine große Hilfe fürs "Wohlfühlen" und
die 118, die Du nun gewohnt bist in der Trainingshalle zu
schießen, musst Du jetzt auf dem "Prüfstand"
eines Wettkampfes bringen. Dies ist der nächste
Schritt. Gewöhnung an den Wettkampf, die anderen
Schützen, das Essen.... alles in Deinem Kopf, wie auch
in der Realität ist möglich. Es mag nun nicht
gerade ein Ersatz sein für einen tatsächlichen
Wettkampf aber Du solltest so viel wie möglich
Wettkampfsituationen simmulieren. Sei es mit
Vereinskameraden oder mit Gästen oder, oder oder.... Je
mehr ums so besser, um so vertrauter wird es Dir. Die
Erreichung Deines Zieles an dem ausgewählten Tag, mit
Deinem ausgewählten Stand Deiner physischen und
mentalen Leistung hängt nur von dem Zeitlimit bis zu
dem Ereignis ab.
Wir sehen uns
an der Schießlinie.
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