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Torque =
Drehmoment / Drehkraft
Torque - etwas
schwierig aus dem Englischen zu übertragen. Meine Definition ist: Eine externe Kraft die die natürliche Linie des Bogens stört. Und: Es gibt keinen „Torque freien“ Bogen. Wenn Du Deinen Bogen hälst, wird ein gewisses Maß an Verdrehung auf den Bogen übertragen. Was wir tun können ist, diese Verdrehung auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Torque oder Verdrehung kann in verschiedenen Bereichen des Bogens auftreten und wenn es schlimm wird kann es das Tuning (die Abstimmung des Bogens) und die Performance des Bogens beeinflussen. Der erste Bereich
ist die Bogenhand im Griff. Wenn wir hier von Torque
sprechen, dreht sich der Bogen nach rechts oder links. Viele
Schützen achten viel zu wenig auf den korrekten Sitz
ihrer Bogenhand. Der Zweite ist der „Hinge point“.
Der Punkt wo die Sehne Kontakt mit den Rollen/Cams bekommt
bei vollem Auszug. Schau bei vollem Auszug nach oben zum
Cam, versuche mit der Bogenhand den Stabilisator zur Seite
zu drehen und Du wirst sehen, dass der gesamte Bogen sich
als Einheit um den „Hinge point“ dreht. Man
braucht nicht viel Druck um den Bogen von einer Seite zur
anderen zu drehen und genau dadurch entstehen die
Probleme. Es ist unter diesen Umständen völlig unmöglich den Bogen sauber zu tunen wenn es Dir nicht gelingt dafür zu sorgen, das die Sehne gerade nach vorn kommt. Entweder besorge Dir einen schmaleren Griff, bau Dir selber einen (machen viele) oder schmeiß das Teil ganz weg und schieße vom blanken Metall. Du wirst eine Verbesserung feststellen. Die nächste Sektion bei der Verdrehung entstehen kann, ist die wohl am meisten übersehene. Das Spannen des Bogens. Die meisten Schützen glauben, der Hauptbereich für Verdehung sei die inkonsistente Haltung der Bogenhand. Aber ein ebenso großes Problem ist, dass die Sehne aus ihrer natürlichen Linie während des Spannens auf dem Weg zum Ankerpunkt gezogen wird. Dies habe ich erlebt bei einer "Tuning" Sitzung bei meinem Händler in Dresden. Ein anderen Compoundschütze war anwesend um seinen Bogen einzustellen. Doch was immer er auch versuchte, er bekam kein sauberes Loch ins Papier. Egal ob er am Griff schraubte, die Pfeilauflage verstellte, am Tiller "rum dokterte", nichts half. Seltsam war nur, wenn ich den Bogen schoß war alles OK. Auch unser Händler (selber Schütze und Trainer des DSB) bekam saubere Löcher. Dann schaute ich mir mal genau an, was der Gute da eigentlich tat. Und siehe da: Wenn er seinen Bogen auszog, zog er nicht etwas direkt zu seinem Ankerpunkt sondern seitlich daran vorbei und dann zog er die Sehne zu seinem Ankerpunkt. Dies bewirkt ganz klar den Umstand, dass die Sehne aus ihrer narürlichen Linie kommt. Der Griff den er am Bogen hatte, erlaute dem Bogen auch nicht, sich in der Hand zu drehen um den Winkel auszugleichen. Nachdem wir das korrigiert hatten bekam er seine "sauberen Löcher". :-) Durch einen schmaleren Griff wird natürlich auch die Fehlerquelle kleiner. Wenn Du hinten mit der Sehne "rumoperst" hat der Bogen mit einem schmalen Griff die bessere Möglichkeit das auszugleichen. Ein dicker Griff bedeutet nämlich auch "Reibung"! Diese Reibung verhindert dann den Ausgleich. Wenn die Reibung am Griff größer ist als die Kraft, die den Bogen hinten aus der Linie bringt....... Das wars! Tja, in einer perfekten Welt wäre der Griff scharf wie eine Rasierklinge und es wäre unmöglich den Bogen zu verdrehen. Aber das Problem ist, wir haben links nur eine Bogenhand. :-) Sieh Dir das Kapitel: Reflex oder Deflex an. Da geht es auch nochmal um "Torque". Wir sehen uns an der Schießlinie. |